Meine ursprüngliche Absicht, nur das Geschehen im Dorfe Apelern innerhalb der letzten hundert Jahre zu beleuchten, konnte ich leider nicht einhalten. Denn im Verlaufe meiner Ausführungen setzte sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass man zur Erreichung eines besseren Überblicks und Verstehens der zurück- liegenden Ereignisse nicht ohne Grenzüberschreitungen auskommen kann. Dieses erwies sich besonders bei den Schilderungen als notwendig, wo es galt, eine geschichtliche Verknüpfung zwischen der Vergan- genheit und der Gegenwart zu finden. In besonderem Maße war es erforderlich, das Ortsgeschehen in die Besiedelungs- und Kirchengeschichte einzubetten. Dass der Entwicklung der Landwirtschaft besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde, ist durch die Tatsache bedingt, dass die Geschichte der Besiedelung der Grafschaft Schaumburg eng mit der Entwicklung der Landwirtschaft verbunden ist.
Durch die Technisierung unseres Zeitalters hat sich das ursprüngliche Bauerndorf Apelern zu einem Wohn- ort mit Bauern entwickelt, wobei die Nähe zur Großstadt Hannover diese Entwicklung stark beeinflusste.
Besonders lag es mir am Herzen, meiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen, dass das Gedeihen unserer Ortschaft im technisierten Zeitalter ohne ein bodenständiges und lebensfähiges Bauerntum als Rückgrat eine Illusion ist. Die Wirtschaft wird nur in dem Maße blühen und gedeihen, in dem die Felder in der Nach- barschaft unserer dörflichen Siedlung segensreiche Ernten bescheren.
Alle Schichten der dörflichen Gesellschaft sollten zur Entwicklung eines Gemeinsinnes beitragen, der eine verheißungsvolle Voraussetzung dafür ist, dass unser Dorf noch wohnlicher gestaltet werden kann. Meine Zeilen schließe ich, wie von allen Seiten anerkannt, mit der Überzeugung:

Apelern ist ein schönes Dorf!

August Wehking

Abb. 1: Chronik „Apelern im Wandel der Zeit“, Originalausgabe 1989