Durch Kriege und ihre Folgen, durch Zeiten wirtschaftlicher Not und durch Ströme von Zu- und Auswanderern war die Bautätigkeit in den verflossenen einhundert Jahren sehr unterschiedlich. In diesem Abschnitt soll nun dargestellt werden, wie sich die Bebauung unseres Dorfes stufenweise entwickelt hat. Im Jahre 1870 und nach dem Abschluss der Verkoppelung im Jahre 1880 registrierten die Kataster insgesamt 82 Wohngrundstücke, die nachfolgend mit dem Namen des Besitzers der Reihe nach aufgeführt werden. Zudem habe ich den Versuch unternommen, auch die gegenwärtigen Besitzer und ihre Adresse zu ermitteln.

Abb. 1: Die Bewohner der Bürgerhäuser 1880 und heute.

Neben diesen 82 Bürgerhäusern dürfen natürlich die Herrensitze derer von Hammerstein und von Münchhausen nicht unberücksichtigt bleiben. Der Bau von Häusern als sichere Kapitalanlage ist stets ein Zeichen wirtschaftlichen Aufschwungs. Eine solche Periode erlebte das deutsche Kaiserreich unmittelbar nach 1870; aber auch in den Jahren der Weimarer Republik von 1926 bis 1929, kurz vor der großen Weltwirtschaftskrise, war eine leichte Baukonjunktur zu beobachten. So ergab es sich, dass innerhalb von 60 Jahren (von 1870 bis 1930) in unserer Gemeinde insgesamt 28 Neubauten entstanden. Diese sind unten der Reihe nach aufgeführt.

Abb. 2: Bautätigkeit von 1870 bis 1930

Der Zahn der Zeit nagt an allen Gegenständen und führt deren Verfall herbei. In der Zeit von 1880 bis 1930 fielen deshalb sieben Häuser dem Abriss zum Opfer.

Abb. 3: Abgerissene Häuser 1880 bis 1930

So bestanden im Jahre 1930 insgesamt 103 Wohngrundstücke in unserer Gemeinde (82 Altbauten + 28 Neubauten – Abrisse). Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise (1929) und durch den Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) war die Bautätigkeit in den Jahren von 1930 bis 1950 verhältnismäßig gering. In dieser Zeit wurden die folgenden Häuser gebaut:

Abb. 4: 1930 bis 1950 gebaute Häuser

Somit war in unserer Gemeinde die Anzahl der Wohnungsgrundstücke bis zum Jahre 1950 auf 109 Einheiten angestiegen. Aber in den noch folgenden Jahren (von 1950 bis 1980 fielen noch weitere fünf Häuser der Pickhacke zum Opfer und wurden von den Eigentümern selbst nicht wieder errichtet. Dies betraf die Häuser der Hausnummern 5 (Fahse, Friedrich), 19 (Riechert, Heinrich), 35 (Altes Lehrerwohnhaus), 40 (v. Münchhausen, Börries), 65 (Steinmeier, August). Hier bietet sich auch die folgende Übersicht an, die Auskunft darüber gibt, dass in den hier beschriebenen einhundert Jahren insgesamt 35 Häuser durch Neubauten ersetzt oder größtenteils erneuert wurden.

Abb. 5: Durch Neubauten ersetzte Häuser oder erneuerte Gebäude

Abb. 6 und 7: Die Kötnerstelle Rehborg Nr. 12 – jetzt Rehbockstraße 5 aus dem Jahre 1825 wurde von der Familie Tölcke saniert. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Ansichten von Osten und Süden.

Abb. 8 und 9: Die Betriebswohnung Nr. 21 des Gutes von Münchhausen, erbaut 1789, jetzt Rehbockstraße 1, wurde von der Familie Schenk liebevoll zu einem gemütlichen Heim gestaltet. Innenansicht vor dem Umbau. Auch dieses Haus steht unter Denkmalschutz.