Ich beginne mit dem Vollmeierhof Nr. 1, etwa 120 Morgen groß, der seit dem Jahre 1950 von Helmut Sahlfeld und Ehefrau Ilse, geborene Haasemann, bewirtschaftet wird. Erstaunlicherweise gehen hier die Aufzeichnungen über die Ahnenreihe bis zum Jahre 1640 zurück, was einer fast 350jährigen Familienchronik entspricht. Ferner war nach den zweihundert Jahre alten Inschriften am großen Eingangstorbogen in Erfahrung zu bringen, dass Johann Heinrich Kerkmann, der Jüngere, im Jahre 1780 das jetzige Fachwerkhaus und die Scheune bauen ließ. Als der Hof um die Zeit nach 1860 vom Bürgermeister Eduard Haasemann bewirtschaftet wurde, drohte seinem Hof die Gefahr, zwangsversteigert zu werden.

Bild: Helge Sahlfeld

Abb. 1: Der Vollmeierhof Nr.1, wurde 1780 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Oben, eine Ansicht aus dem Jahr 1952, darunter ein Bild aus den 1980er Jahren.

Zu der Zeit klagte er als Bürgermeister der Gemeinde Apelern bereits mehrere Jahre gegen die Gemeinde Lauenau, um den rechtmäßigen Besitz der Schweineweiden im „Wiehe“.
Als die Gemeinde Apelern schließlich den Prozess verlor, sträubte sich der Gemeinderat, die hohen Prozesskosten mitzutragen. Die Mehrheit des Rates berief sich darauf, dass ein schriftlich niedergelegter Gemeinderatsbeschluss zur Führung des Prozesses gar nicht vorliege. So wurden dem Bürgermeister Eduard Haasemann die gesamten Gerichts- und Prozesskosten aufgebürdet, und in letzter Konsequenz hatte er persönlich mit seinem Eigentum, dem Hof, zu haften.
Da er sich nicht damit abfinden konnte, darum seinen Hof verkaufen zu müssen, und gleichzeitig seine Existenzgrundlage zu verlieren, entschloss er sich, mit seiner Tochter zu Verwandten in Amerika zu flüchten.
Damit war aber die Gefahr für den Hof, unter Umständen zwangsversteigert zu werden, nicht behoben. Eingedenk dieser Tatsache fasste sich die daheim gebliebende Ehefrau, eine geborene Kerkmann, ein Herz, indem sie die Pferde vor den Planwagen spannte und das Gespann in Richtung Hannover zum königlichen Schloss lenkte, um beim König um Hilfe nachzusuchen.

Durch eine glückliche Fügung traf sie dort auf den damaligen Apelerner Burgherrn und Minister Alexander v. Münchhausen und trug diesem ihr Anliegen vor. Dieser gab ihr schließlich im Auftrag des Königs das Versprechen, die Hälfte der Prozesskosten übernehmen zu wollen, wenn sich die Kurfürstlich Hessische Regierung in Kassel bereit fände, die andere Hälfte der Last zu tragen. Ohne Verzug lenkte Frau Haasemann ihr zweispänniges Gefährt von Apelern zum Kurfürstlichen Schloss nach Kassel. Hier wurde sie von dem Minister Oetker empfangen, welcher zufällig aus Oldendorf stammt. Nachdem sie diesem ihre Bitte an den Kurfürsten vorgetragen hatte, wurde ihr bedeutet, auf einen endgültigen Bescheid zu warten. Nach ein paar Tagen bangen Wartens konnte sie die Gewissheit mit nach Hause nehmen, dass die Kurfürstliche Regierung die Hälfte des Kostenanteils übernehmen wolle. Nun war der Hof für die Familie gerettet, und Ehemann Eduard bestieg rasch den nächsten Dampfer von New York nach Hamburg, um seinen Hof weiter zu bewirtschaften. Sicherlich wird er keine Lust mehr verspürt haben, wieder Bürgermeister von Apelern zu werden.
Als sein Sohn Friedrich im Jahre 1882 im Alter von 32 Jahren aus dem Hause ging und durch Heirat den Bremerschen Hof in Groß Munzel übernahm, verpachtete er seinen Hof, als er selbst 56 Jahre alt war. Er starb im Jahre 1900 im Alter von 74 Jahren. Nach 68jähriger Verpachtung nahm die Erbin Ilse Haasemann mit ihrem Mann Helmut Sahlfeld im Jahre 1950 den Vollmeierhof Nr. 1 wieder in die Obhut der Familie, und beide hauchten diesem durch eine umfangreiche Modernisierung und Erweiterung ein neues Leben ein.

Weit mehr vom Pech verfolgt zeigt sich der Vollmeierhof Nr. 2, wenn man seiner Familiengeschichte in den letzten einhundert Jahren nachgeht. Im Jahre 1880 war der Hofbesitzer Friedrich Claus, der als Witwer in zweiter Ehe Engel Helle heiratete. Nach seinem Tode heiratete die Witwe Engel Claus den vom Hof Nr. 6 stammenden Wilhelm Grupe.
Der in der Blüte seiner Tat- und Schaffenskraft stehende Jungbauer Grupe ging daran, sämtliche veralteten Gebäude des Hofes abzureißen, um einen völlig modernen Hof verwalten zu können. Als er sein Werk vollendet hatte, brach der Erste Weltkrieg aus. Schon am 2. August 1914 wurde er zu den Fahnen gerufen und musste als Feldgrauer in die Schlacht im Osten ziehen, um mitzuhelfen, die sogenannte russische „Dampfwalze“ aufzuhalten, die die österreichische Galizienfront zu durchbrechen drohte.
In dieser Abwehrschlacht in Galizien fand er im Jahre 1915 den Soldatentod. Seiner Ehefrau und den drei Kindern blieb der schwache Trost, dass sie seine letzte Ruhestätte auf dem heimatlichen Friedhof pflegen konnten. Sein Leichnam konnte nämlich, was im Kriege eigentlich nur in den seltensten Fällen möglich war, von der Galizienfront in die Heimat überführt werden.

Aber sieben Jahre später (1922) starb auch die Witwe Engel Grupe und hinterließ ihre drei Kinder als Vollwaisen: Wilhelm, Fritz und Minna. Danach war es der Zweite Weltkrieg, der die Familie mit neuem, schweren Leid überhäufte.
Der Hoferbe und älteste Sohn Wilhelm fiel an der Ostfront, der jüngere Bruder Fritz starb als Soldat in Russland an Typhus, und die Schwester Minna verlor ihren Ehemann Hans Mönkeberg im Sommer des Jahres 1944 an der Rumänienfront. Sämtliche männlichen Mitglieder der Familie Grupe lagen nun unter der Erde. Das war auch der Anfang vom Ende dieses einst stolzen Hofes mit etwa 120 Morgen Ackerland. Zwar wurde der Hof noch einige Jahre nach 1945 von der Witwe Else Grupe und ihrer Tochter Ursula bewirtschaftet, aber ohne Manneskraft war an eine Erholung oder an ein neues Aufblühen nicht zu denken.
Schließlich wurde der ganze Hofbesitz von der Hoferbin Ursula an den Bauer Narten in Lemmie verkauft. Mit ihrer Mutter verzog sie darauf nach Braunschweig, wo sie vom Erlös der Veräußerung ihres Hofes Grundbesitz erwarb.
Der Bauer Narten verkaufte danach die Ländereien, mit Ausnahme von 2,5 ha, die an Helmut Sahlfeld gingen, an das Land Niedersachsen. Das bebaute Hofgrundstück kaufte der Landwirt Gieseke aus Riepen. Es wird gegenwärtig wieder zum Verkauf angeboten. Das Schicksal des einst so stolzen Vollmeierhofes Nr. 2 scheint damit besiegelt zu sein.

Glück und Pech prägen auch das Schicksal des Vollmeierhofes Nr. 3. Beides wäre fast gleichmäßig auf die Familie verteilt geblieben, wenn die Generation des Zweiten Weltkrieges nicht besonders vom Unglück heimgesucht worden wäre. Die Eigentümerin des Hofes Nr. 3, Marie Charlotte Thies, heiratete im Jahre 1832 den 31jährigen aus Obernwöhren stammenden Landwirt Ernst Friedrich Wilhelm Dreyer. Gemäß dem im Jahre 1860 geschlossenen Vertrag zwischen den Eheleuten Dreyer erbte der Sohn Johann Heinrich Wilhelm Dreyer den Hof im Jahre 1861.
Danach übernahm der Sohn Wilhelm des Johann Dreyer (1863-1907) als dritter Dreyer den Hof. Wilhelm schien so vom Tatendrang und Fleiß beseelt gewesen zu sein, dass er es wagte, das Rittergut der Familie v. Hammerstein und etwas später auch noch die Domäne Rodenberg zu pachten und zu bewirtschaften. Allerdings kam es bald dazu, dass er dafür den eigenen Hof verpachtete. Da Wilhelm aber im Alter von 44 Jahren (1907) starb, gab die Witwe Dreyer, die fortan einen Inspektor beschäftigte, nach drei Jahren (1910) die Pachtung des v. Hammersteinschen Rittergutes auf. So blieb danach nur noch die Bewirtschaftung der Domäne Rodenberg übrig, die die Witwe Dreyer zusammen mit ihrem Inspektor für weitere 14 Jahre bewältigte.

Mit dem Ablauf des Domänen-Pachtvertrages im Jahre 1924 lief auch der Arbeitsvertrag mit ihrem Inspektor ab. Da inzwischen aber der Sohn Wilhelm als vierter Dreyer ins Erwachsenenalter getreten war, pachteten Mutter und Sohn erneut die Domäne und bewirtschafteten zugleich auch ihren eigenen Hof wieder selbst. Nach dreizehn arbeitsreichen Jahren (1937) erlitt Wilhelm plötzlich einen Herzschlag und starb. Hierauf trat der Sohn Oskar als fünfter Dreyer und Hoferbe in den Wirkungskreis und hielt den Betrieb auf der Domäne und auf seinem Erbhof aufrecht, bis er im Jahre 1966 tödlich verunglückte.
Seine hinterbliebene Ehefrau führte die Bewirtschaftung der beiden landwirtschaftlichen Betriebe mit Hilfe des Betriebsleiters Hermann Beste weiter. Seit dem Jahre 1984 ist der Sohn Christian als sechster Dreyer der Pächter der Domäne Rodenberg, und er beabsichtigt, vom Jahre 1985 an auch die Bewirtschaftung des Familienbesitzes, den Vollmeierhof Nr. 3, mit zu übernehmen.
In der zweiten Generation unter Johann Dreyer entstand im Jahre 1884 eine neue Scheune und zwei Jahre später ein neues Wohnhaus. Aber nach zehn Jahren wurden die neuen Gebäude durch die Pachtung der v. Hammersteinschen Ländereien und der Domäne für den eigenen Hofbetrieb nicht mehr genutzt. Und auch ein aus Sicherheitsgründen kurz nach dem Ersten Weltkrieg erbautes Viehaus blieb ungenutzt, weil die zum Vollmeierhof gehörenden Ländereien von der Domäne aus bewirtschaftet wurden. Zum Schmerz der Familie trug zusätzlich auch der Verlust des Sohnes Kurt bei, welcher im Zweiten Weltkrieg im Felde blieb.

Bis auf den Soldatentod eines Mitgliedes verläuft die Geschichte der Familie des Halbmeierhofes Nr. 4, jetzt Rintelner Straße 5, etwas weniger tragisch, als die der zuvor erwähnten Höfe. Die ersten Besitzer dieses Hofes ermittelten die Steuerbücher aus den Jahren 1783 und 1797. Danach besaß im Jahre 1783 Johann George Judas den Hof. Im Jahre 1797 ging er in den Besitz des Friedrich Richert über. Durch Einheirat wechselte der Hof im Jahre 1828 erneut den Besitzer, den das Steuerbuch mit Hans Heinrich Roewer ausweist. Während der Jahre der Verkoppelung erreichte der Hof eine Ackerfläche, die fast an die Größe der Vollmeierhöfe herankam.
Der Sohn Johann Heinrich Wilhelm heiratete als zweiter Röver die Tochter des Bauern Kölling aus Großhegesdorf. Der aus dieser Ehe hervorgegangene Sohn Heinrich heiratete im Jahre 1920 die aus Altenhagen stammende Sophie Gellermann. Deren Sohn und Hoferbe Heinrich als vierter Röver fand als Soldat den Tod im Jahre 1944 in Russland.

Die Witwe Röver vermählte sich darauf mit dem aus Altenhagen stammenden Landwirt Friedrich Gellermann. Aus dieser Ehe ging nur die Tochter Sophie hervor, die seit dem Jahre 1952 mit Friedrich Büthe aus Borstel verheiratet ist. Die weitere Zukunft des Hofes scheint in den Händen einer der beiden Töchter zu liegen.
Im Jahre 1935 wurde der alte Gebäudekomplex in der Kombination Scheune, Pferde-, Kuhstall und Wohnhaus abgerissen und durch ein neues Wohnhaus und Viehhaus ersetzt. Der Bau einer neuen Scheune wurde im Jahre 1952 nachgeholt. Man kann sagen, dass der Halbmeierhof Nr. 4 wohl der einzige in unserem Dorf ist, dessen Struktur unverändert blieb; denn neben Ackerbau wurde auch Milchwirtschaft betrieben. In zweihundert Jahren hat sich der Bestand an Milchkühen von drei auf achtzehn erhöht. Aus den verschiedenen amtlichen Eintragungen geht außerdem hervor, dass der Familienname sich von Roewer auf Röwer und schließlich nach Röver gewandelt hat.
Durch die Einflüsse der EWG- Agrarmarktordnung haben sich viele ehemalige Bauernhöfe in landwirtschaftliche Fabrikbetriebe verwandelt oder im System der Freien Marktwirtschaft dahin entwickeln müssen, um neben einem Existenzminimum auch einen Reinertrag erwirtschaften zu können. Auf die Zielsetzung des sogenannten Mansholt-Planes, die kleinbäuerlichen Betriebe ganz abzuschaffen, habe ich bereits im Abschnitt Bäuerliches Leben und Streben in unserer Heimatgemeinde hingewiesen.

Abb.2: Diese Brinksitzerstelle Nr. 24, Stieg-Steinmeier, zuletzt Heinrich Grupe, brannte 1960 ab.

Abb. 3: Schmiedestraße (Kleinen Schmie): Im Hintergrund links des Weges stand die Schmiede Klein. Vorn sieht man das neu gebaute Wohnhaus von Hans Grupe.

Dass eine Hofstelle mit nur 11 Hektar Ackerfläche mehr als zweihundert Jahre lang eine bäuerliche Familie ernähren konnte, und dass sie es heutzutage eben nicht mehr kann, ist am Beispiel des Hofes der Familie Katz, Apelern Nr. 11, jetzt Rehbockstraße 6, nachweisbar. Der Werdegang der Hofstelle seit dem Jahre 1765 ist in der folgenden Übersicht kurz dargestellt: Als letzter männlicher Erbe der Hofstelle bewirtschaftet Wilhelm Katz seine 11 ha große Fläche einschließlich eines Waldstückes seit dem Jahre 1970 als Nebenerwerbstelle. Seit dieser Zeit geht er gleichzeitig einer Vollbeschäftigung bei der Firma Teves (Barsinghausen) nach. In seiner arbeitsfreien Zeit bzw. nach Feierabend leistet er Hofarbeit. Das heutige moderne Ackerund Erntegerät hilft ihm natürlich dabei, Arbeitszeit einzusparen. Hieran lässt sich ermessen, dass eine solche Arbeitsteilung im zurückliegenden Zeitalter der Ackerpferde nicht möglich gewesen wäre. Es mag bei der Firma Teves Arbeitskollegen geben, die einen solchen Arbeitseinsatz nach Feierabend nicht begreifen können. Sie vergessen aber, dass sich ein echter Bauer stets an die von den Vorfahren überlieferte Scholle gebunden fühlt.

Bild: Wilhelm Katz

Abb. 4: Familienbesuch bei Familie Katz. Mit dem Güldner-Traktor und Kastenwagen fuhr man zum Lauenauer Bahnhof.

In jüngster Zeit hat auch Karl Leifheit, Großer Winkel Nr. 5, seinen landwirtschaftlichen Betrieb einschließlich des Steinbruchs auf 9,1 ha verringert. Dadurch hat er sich Luft für eine Hauptbeschäftigung bei der Firma Teves (Barsinghausen) verschafft, so dass er seine Hofstelle als Nebenerwerb betrachtet.
Wenn aber der Bauer seinen Besitz an landwirtschaftlich nutzbarem Boden verringert oder ganz veräußert, entzieht er damit seinen Nachkommen eine bisher sichere Existenzgrundlage. Dies haben alle in der Vergangenheit stattgefundenen Krisen und Kriege unter Beweis gestellt. Man sollte daher in der gegenwärtig immer deutlicher hervortretenden Weltwirtschaftskrise im Bereich der Landwirtschaft einen Umdenkprozess einleiten, der zu einer Agrarreform führt, die das Gegenteil des von mir kritisierten Mansholt-Planes bewirkt: die Erhaltung und Stabilisierung der kleinbäuerlichen Betriebe durch direkte, nationale Subventionen bei weniger EWG-Beiträgen als erstes, wirksames Mittel gegen die Gefahr einer weiteren Zunahme der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit in unserem Volke.
Das Bauerntum war, ist und bleibt auch für die Zukunft der Lebensquell unseres Volkes. Wenn es aufgelöst oder noch stärker in den unteren Schichten reduziert wird, dann wird unser Volk die nächste, schwere Krise nicht mehr überstehen können. Die Geschichte seit dem Jahre 1945 lehrt uns, dass ohne das Vorhandensein des tief gestaffelten und aus vielen mittleren und kleineren Einzelhöfen bestehende und verwurzelte Bauerntum im damaligen Westteil unseres Vaterlandes unser Volk die Krise in dem 1945 industriell fast völlig zerstörten Deutschland nicht hätte überwinden können. Es waren damals die Bauern, die den hungernden Menschen in den Städten gegen alle Widerstände die letzten Nahrungsvorräte lieferten.

Der Bauer hat es in der heutigen Zeit, in der nur die Höhe der Kapitalverzinsung für menschliches Handeln und Tun bestimmend zu sein scheinen, schwer, sein Dasein zu behaupten. Dieser Schattenseite der sogenannten Freien Marktwirtschaft im Kapitalismus westlicher Prägung, die eine schrankenlose Bodenspekulation ausgelöst hat, wird er nur widerstehen können, wenn ihn nach wie vor ein durch jahrhundertealtes Brauchtum anerzogenes, gesundes Festhalten am Bewährten beseelt. Deshalb sollte der Bauer den törichten Vorwurf, rückständig zu sein und sich nicht dem Zeitgeist anpassen zu können, gelassen ertragen und sich bewusst bleiben, dass er für das Gesamtleben des Volkes ein erheblich wertvollerer Bestandteil ist, als alle Städter mit einer oberflächlichen, kulturfremden Zivilisation, die nicht in der Tradition des Volkes ruht und daher wurzellos ist.
Der Bauer bewahrt durch die Pflege von Brauch und Sitte das Wesenhafte seines Volkes und ist damit ein vorbildlicher Kulturträger. Sein ganzer Tagesablauf, seine Einstellung zu den wichtigsten menschlichen Ereignissen, ist durch eine lange Überlieferung festgelegt. Hierdurch wird ihm eine ruhige Sicherheit und Beständigkeit gegenüber allen flüchtigen Zeiterscheinungen verliehen.