Seit dem Jahre 1936 besaß die Gemeinde Apelern einen sogenannten „Kinderhort“, der von einer Krankenschwester in der damals üblichen braunen Bekleidung geleitet wurde. Da es eine Einrichtung der NSDAP war, wurde sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) aufgelöst. Da aber zu jener Zeit der Krankheitsstand unter den Ostflüchtlingen und Heimatvertriebenen sehr hoch und Ärzte kaum vorhanden waren, wurde im Jahr 1946 eine Schwesternstation eingerichtet, für die im Anfang der Landkreis Schaumburg als Träger die Unterhaltskosten übernahm.
Die Kreisverwaltung setzte als Leiterin der Krankenstation die Krankenschwester Elisabeth Stein ein, die ihre Heimat in Thüringen ebenfalls verlassen hatte. Ihre Hilfeleistung erstreckte sich auch auf die umliegenden Dörfer. Dort betreute sie die hilfsund pflegebedürftigen Kranken. Das tat sie anfangs zu Fuß, später mit einem Fahrrad, danach mit einem Moped und schließlich mit einem Personenkraftwagen.

Letzte Versammlung der Gemeindeschwesternstation vor der Gebietsreform im Jahre 1974

Als die Dorfgemeinden den Aufbau ihrer Verwaltungen abgeschlossen hatten, übernahmen sie sofort die Schwesternstation in ihre eigene Trägerschaft, Verantwortung und Aufsicht. Zu diesem Zweck gründeten die sieben Gemeinden des Kirchspiels Apelern nebst Reinsen den Zweckverband der Gemeindeschwesternstation Apelern. In seiner Satzung heißt es u.a.: „Die Beiträge werden nach der Einwohnerzahl der Verbandsglieder gemäß der amtlichen Fortschreibung vom 30. Juni des vorangegangenen Rechnungsjahres umgelegt.“ Außerdem bewilligte auch die Kreisbehörde dem Zweckverband einen jährlichen Zuschuss von etwa 50 bis 60 Prozent der gesamten Unterhaltungskosten.

Weitere Zuschüsse gewährten das Niedersächsische Sozialamt und die Kirchengemeinde. Der Zweckverband war auf diese Zuschüsse dringend angewiesen, denn alle Gemeindekassen waren damals kurz nach der Währungsreform (1948) noch leer. Man hat errechnet, dass die gesamten, jährlichen Unterhaltungskosten im Jahre 1955 etwa 7.000 DM, im Jahre 1972 etwa 24.900 DM und im Jahre 1974 etwa 30.000 DM ausmachten. Als Folge der Gemeindereform im Jahre 1974 wurde der Zweckverband der Gemeindeschwesternstation Apelern aufgelöst, und die Gemeindeschwester Elisabeth Stein wurde nach 28jähriger Krankenund Altenpflege in den verdienten Ruhestand entlassen. An ihrem 65. Geburtstag wurde sie in einer Feierstunde im Schützenhaus für ihre langjährige aufopfernde Tätigkeit im Dienste der Gemeinde besonders geehrt und beschenkt.